Die Hölle ist ein Konzept der Barmherzigkeit Gottes

Hier kann man die ganze Predigt mit Rechtsklick auf dem Link downloaden oder auf der sich anschließend öffnenden Seite: Die Hölle ist ein Konzept der Barmherzigkeit Gottes

Aber zunächst kann man sich die Predigt auch erst einmal hörerfreundlich in einzelnen Häppchen anhören:

Weitere Folien gibt es hier: 

14 Antworten auf „Die Hölle ist ein Konzept der Barmherzigkeit Gottes“

  1. Lieber Mickey, ich Feigling habe mir nun endlich diese Predigt zuende angehört. Sie ist super. Und deckt sich natürlich mit dem, was ich über den Begriff “Hölle” schon wusste. Aber wenn du sagst: Im ewigen Feuer macht es “wutsch!” und der Mensch ist weg, wie erklärst du dir dann die Stellen mit “Ihr werdet dort sein, wo Heulen und Zähneklappern ist, wo der Wurm nicht stirbt, etc.” Würde mich interessieren! Für mich geht es bei “Hölle” und “Hades” immer um den Tod und das Totsein, was man auch schon auf Erden erleben kann. Das Leben mit Gott und seinem Licht und seiner Liebe führt zum Leben. Ist es nicht vielleicht so einfach?

    1. Zunächst einmal ein phattes Wow für dich, lieber Patrick! So wie du es beschrieben hast und beschreibst, hast du dich ja einer Höllenangst gestellt mit dem Durchhören der Predigt. Und ich glaube dir das auch. Und das wiederum freut mich, das ehrt mich, das ringt mir Respekt ab. Und ich hoffe, dass es ein weiteres Steinchen in deinem persönlichen Heilungsmosaik wird.

    2. Nun zum Inhaltlichen: bei Wutsch und der Mensch ist weg, lasse ich mich tatsächlich von dem Gedanken des 2. Todes leiten und der ist für mich bildhaft wie inhaltlich etwas Punktuelles.

      “ὁ κλαυθμὸς καὶ ὁ βρυγμὸς τῶν ὀδόντων” ist für mich ein bildhafter Ausdruck, den Jesus einmal in einem größeren Bild verwendet. So berichten es Lukas und Matthäus gemeinsam. (Niemand sonst erinnert sich übrigens an diese Redewendung Jesu.) Jesus malt in dieser Szene ein Bild vom Himmel als einem großen Festmahl. Das ist die Hauptsache. Und innerhalb dieser Vorstellung setzt er den Gegenpol: wenn man da nicht dabei ist, drinnen im Warmen und am gedeckten Tisch, dann ist man draußen im Dunkeln, wo es kein Essen und kein Licht und keine Wärme gibt, woraus sich logisch das Bild mit dem Heulen und Zähneklappern ergibt.

      Ich glaube nicht, dass Jesus sagen wollte: Hört mal her, ich will euch jetzt mal eine genaue Beschreibung der Hölle geben. Dazu wären lediglich zwei körperliche Reaktionen auf die “Hölle” auch irgendwie zu schwach, denke ich mir so.

      Die restlichen 5 Male, die diese Wendung im NT vorkommt, finden sich dann nur noch bei Matthäus. Und auch er benutzt sie in den Gleichnissen meines Erachtens eher als Bildverstärker, den als Ortsbeschreibung.

      Und der nicht sterbende Wurm schließlich ist für mich ein Ausdruck dafür, dass die Sache mit dem zweiten Tod nicht irgendwann aufhört, sondern dass Gottes Barmherzigkeit nie aufhört.

      Ja, so erkläre ich mir das. Und vielleicht ist es zu einfach. Aber ich will grundsätzlich nicht vom Wurm ausgehen und eine mörderische Theologie entwickeln, sondern ich will von den klaren, hellen, eindeutigen Liebesstellen ausgehen und von da aus die Würmer erklären.

    3. Hallo,
      der Beitrag ist drei Jahre alt und vielleicht liest diesen Kommentar niemand. Und ich kann auch gerade die Predigt nicht anhören. Dennoch, um Patricks Frage zu beantworten:

      Das Wort, das Jesus verwendet, ist Gehenna. Die Übersetzung mit dem germanisch vorbelasteten Wort Hölle, wie schon zuvor die Übersetzung mit dem mythologieüberladenen Hades für das völlig wertfreie und unspektakuläre hebräische Totenreich Scheol, ist sehr anfällig für mehr oder weniger bewusstes Einsickern “heidnischen” Gedankengutes in das ursprüngliche Verständnis.
      Gehenna ist ein Tal in der Nähe Jerusalems, in dem jahrhundertelang Verstorbene, vermutlich Verbrecher, denen dann auch nicht die Ehre einer Bestattung zuteil wurde, verbrannt wurden (Quelle wikipedia, ein Bibellexikon, das hier irgendwo in einer Umzugskiste steckt, und weitere Internetquellen). Daher schon einmal die Beschreibung für Gehenna “das Feuer, das nie verlöscht”. Es wurden dort einfach fortwährend Leichen (evtl. auch Unrat) verbrannt.

      Das mit dem Heulen und Zähneklappern: Wenn Menschen im Feuer verbrannt werden, verdampft die im Leib enthaltene Flüssigkeit und tritt pfeifend aus (“heulen”). Das dadurch entstehende Zusammenziehen der Muskulatur kann Bewegungen des Skeletts hervorrufen, auch des Kiefers, daher das Zähneklappern. Das habe ich nicht selbst bei Krematoriumsangestellten erfahren, sondern irgendwo gelesen, weiß aber nicht mehr wo. Allerdings wird die Wendung “Heulen und Zähneklappern” zwei mal ausdrücklich in Folge eines Werfens “in den Feuerofen” erwähnt (Matthäus 13, 42 und 50).

      Das mit dem Wurm: Die nicht vollständig verbrannten Leichenteile wurden natürlich von Würmen (Maden) befallen, daher der Wurm, der nicht stirbt.

      Wer möchte kann mal “Gehenna” mit den dazugehörigen Schlagworten googeln, vielleicht findet er/sie ja die Quelle.
      Was ich noch nicht recherchiert habe: Ob im antiken Orient das Verbrennen von Leichen allgemein für Menschen vorbehalten war, die “unehrenhaft” waren, evtl. sogar zum Tode verurteilt wurden. Evtl. so versucht wurde, eine Auferweckung unmöglich zu machen (während andere antike Bestattungskulte ja darauf abzielten, den Körper zu konservieren).

      Worauf Jesus mit seinen Reden von der Gehenna also abzielt, ist, dass es mit den Menschen, die Gott ablehnen, nach dem Tode (evtl. nach Möglichkeit einer Bekehrung im Totenreich) ganz aus ist und sie keinen Anteil am ewigen Leben haben. Wenn das mal keine ewige Strafe ist. Die ganze angebliche ewige Quälerei ist griechische Hades-Mythologie. Verstehe nicht, warum die Christenheit daran festhält. Annihilationismus ist doch keine neue Idee. Aber die gute alte Hölle, in der man ggf. schmoren muss, halt einfach liebgewonnene (und nützliche) Tradition?
      Über die Stellen in der Offenbarung kann man nochmal gesondert diskutieren. Mich haben sie jedenfalls nicht von der traditionellen Hölle überzeugt.

      P.S.: Jesus verwendet im Lazarus-Gleichnis tatsächlich das Wort “Hades”. Die Begriffe Gehenna und Scheol hätten aber vom Story-Telling (bei einem Gleichnis bin ich so frei, dieses Wort zu verwenden) her auch nicht funktioniert, da nur das Wort Hades mit einer (wohlbekannten) Bedeutung von einem Totenreich aufgeladen war, in welchem den Toten überhaupt noch etwas widerfährt (in der Gehenna werden sie nur vernichtet und im Scheol ist eh nix los und dieser war der griechisch geprägten Bevölkerung wahrscheinlich auch weniger bekannt als der viel eindrücklichere Hades). Dass das mit den Qualen des reichen Mannes nicht wörtlich gemeint war, sieht man daran, dass Jesus den armen Lazarus in Abrahams Schoß sitzen lässt, auch nur bildhaft und an keiner anderen Stelle wiederholt, das Bild wurde also nur für den Transport der Botschaft kreiert. Komisch, mir ist auch noch NIE ein Christ begegnet, der wörtlich daran glaubt, dass die Erlösten die Ewigkeit allesamt im Schoß eines sehr alten Mannes verbringen… Bisschen inkonsequent, nicht?
      Die Botschaft des Lazarus-Gleichnisses ist also nicht die von Hölle und Himmel, es gibt verschiedene mögliche Gehalte, gerne für den Anfang bei wikipedia nachlesen.

  2. Hab ich grad gelesen und fand es gut: Zur Zeit der großen mystischen Bewegung von Basra läuft eine Prophetin durch die Straßen der Stadt – in der einen Hand eine Fackel, in der anderen einen Eimer mit Wasser tragend – und ruft: »Ich will Feuer ans Paradies legen und den Brand der Hölle löschen, damit kein Mensch mehr Gott anbete in der Hoffnung auf das Paradies oder aus Furcht vor der Hölle, sondern einzig und allein aus Liebe zu ihm.«

    Rabi’a al-’Adawiyya al-Qaisiyya (islamische Mystikerin, 714-801)

  3. Hallo Mickey,

    vielen Dank für diese Predigt, die war echt überfällig. Für wieviele Menschen habe ich mir schon gewünscht dass sie eines langen Endes mal endlich bei Jesus sein dürfen und alle ihre diesseitigen Höllenerfahrungen, sprich ihr Leid und ihre Not ein Ende hat, auch ihre Trostlosigkeit durch Gottesferne. Ich will sie nicht für ewig in einer Hölle schmorend und gequält wissen – ich rede mit Nichtchristen viel mehr vom Himmel als von der Hölle, aber das wird mir manchmal von den ganz eifrigen missionierenden als zu lasch verübelt. Aber ich kann nicht anders als den Himmel schmackhaft haften, der ja bis ins Jetzt reicht. 🙂

  4. Ganz interessante Gedanken, danke. Warum denkst du, dass Jesus auch den zukünftigen Toten im Totenreich predigte? Also klar – ich verstehe schon – ewige Dimension und so, aber 1.Petr 3,20 spricht davon, dass Jesus denen predigte, die “in den Tagen Noahs ungehorsam” waren.

    1. Ich glaube, dass er Noah hier deshalb erwähnt, weil er dann zur Taufe übergehen will. Aber wie auch immer ist für mich ein Ort außerhalb der linearen Zeitausbreitung der zeitlich begrenzt sein soll nicht denkbar. Wenn dieses Gefängnis außerhalb der Zeit liegt, befinden sich logischerweise auch alle darin, die von der Zeit ausgetreten sind.

    1. Danke, lieber Werner, dass du mich darauf aufmerksam gemacht hast. Ich glaube, das hängt damit zusammen, dass ich die Predigten in Kapitel aufgeteilt habe und es nun keine Gesamtdatei mehr gibt auf die der Download-Button zugreifen könnte. Da muss ich dringend in den nächsten Tagen nachbessern. Wie ist es, wenn du auf der Predigtliste selbst einen Rechtsklick machst? Geht das? Bin gerade nur mit Handy unterwegs und kann das da nicht ausprobieren.

  5. Das Beste kam zum Schluss, hab so gelacht! Genial!
    Aber was ist mit den Leuten, die im Leben nicht die Möglichkeit hatten, Jesus kennen zu lernen? Oder die, die vielleicht etwas falsch verstanden haben?

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