Und täglich grüßt die Antriebslosigkeit

Mitten in diesen heißen Tagen, und wo es auch gerade so viel zu tun gibt an allen möglichen und unmöglichen Orten, will ich mir selber ein paar unrasierte Worte predigen und hoffe, dass sie euch auch gut tun. Es geht um Antriebslosigkeit und warum sie besser als ihr Ruf ist.

Hier kann man die ganze Predigt mit Rechtsklick auf dem Link downloaden oder auf der sich anschließend öffnenden Seite: Und täglich grüßt die Antriebslosigkeit 

Aber zunächst kann man sich die Predigt auch erst einmal hörerfreundlich in einzelnen Häppchen anhören:  

 

 

Statistik: 
546
Aufrufe
Social Sharing powered by flodjiShare

Eine Antwort auf „Und täglich grüßt die Antriebslosigkeit“

  1. Das Lebens-Balance-Modell wurde von dem Arzt und Begründer der Positiven Psychotherapie Nossrath Peseschkian (19933 – 2010) entwickelt. Es berücksichtigt u.a. Gedankengut der sog. Salutogenese (abgeleitet von lat. salus für Gesundheit, Wohlbefinden und genese von griechisch genesis Geburt, Ursprung‚ Entstehung), die sich mit der Frage beschäftigt, wie Gesundheit entsteht. Der israelisch-amerikanische Medizinsoziologe Aaron Antonovsky (1923–1994) prägte den Begriff der Salutogenese in den 1970er Jahren als komplementären Begriff zur Pathogenese, die zum Inhalt hat, warum Menschen krank werden bzw. wie Krankheit verhindert oder in Gesundheit umgewandelt werden kann (= wie unser westliches Gesundheitssystem bislang arbeitet).
    Das Lebens-Balance-Modell sagt aus, dass wir dann zufrieden und langfristig belastbar sind, wenn die folgenden vier Bereiche „gut ausbalanciert“ sind:
    Arbeit & Leistung: ein für uns persönlich stimmiger Beruf mit dessen Tätigkeiten und Aufgaben; der daraus resultierende Erfolg (Ansehen, Anerkennung und Gehalt); weitere finanzielle Themen wie Absicherung, Wohlstand, Vermögen; unsere persönliche Karriere, die uns zufrieden macht.
    Beziehungen & Kontakte: unsere Familie (Herkunfts-Familie / eigene Familie), Freunde & Bekannte, Nachbarn, Vereinskollegen… Alle Menschen, denen wir Freude, Zuwendung und geben oder Sie von diesen bekommen.
    Körper & Gesundheit: alle Themen rund um Ernährung, Entspannung, Erholung, Sport & Fitness, Lebenserwartung.
    Beantwortung der Sinn- & Zukunftsfragen (Peseschkian: Sinn & Kultur): alle Fragen und deren Beantwortung rund um die eigene Perspektive, die persönlichen Ziele und Werte: „Was ist mir wirklich wichtig?- Was liegt mir am Herzen?“ Oder auch die Frage nach dem Sinn des Lebens, Selbstverwirklichung, persönliche Weiterentwicklung, Religion, Philosophie, Erfüllung, Liebe, Beruf als Berufung …

    Was „gut ausbalanciert“ heißt, hängt von der eigenen Persönlichkeit, der individuellen Lebenssituation und auch vom Alter ab. Zu Beginn des Arbeitslebens ist es normal, dass der Bereich Arbeit & Leistung einen größeren Raum einnimmt als beispielsweise für eine junge Mutter oder für den Rentner im Ruhestand. Ziel ist also nicht, die persönliche Zeit und Energie exakt gleich oder auch über die Jahre starr auf die vier Bereiche zu verteilen – sondern die Verteilung den eigenen langfristigen Zielen bzw. der individuellen Lebens- planung anzupassen.
    Viele Menschen sind nicht wirklich zufrieden, obwohl sie beruflich erfolgreich sind. Oder sie sind unzufrieden, weil sie sich noch nicht erfolgreich genug fühlen. Andere Menschen wiederum sind im Großen und Ganzen soweit zufrieden mit ihrem Leben – haben aber das Gefühl, „dass da noch was fehlt….“ Andere verspüren ganz konkret den Wunsch nach mehr Zeit fürs Privatleben, für Sport oder Freunde & Familie. Diese Menschen widmen häufig dem Bereich Arbeit & Leistung (zu) viel Zeit. Aus dieser Dis-Balance entsteht nicht nur Unzufriedenheit – langfristig sinkt auch die persönliche Belastbarkeit, von der Motivation und Effizienz ganz zu schweigen. Im schlimmsten Fall droht der Burn-Out mit Sinn- und Perspektivlosigkeit sowie physischen und psychischen Erschöpfungszuständen.
    Im Coaching erarbeiten wir Ihre ganz persönliche IST- und Wunsch-Situation, aus der wir dann realistische und umsetzbare Ziele ableiten. Ich persönlich definiere beispielsweise seit 2003 immer im Januar meine ganz individuellen Jahresziele auf Basis des Lebens-Balance- Modells. Das ist immer wieder ein spannender Prozess, von dessen Ergebnissen ich auch nach vielen Jahren angetan und überrascht bin. Die Jahresziele lassen sich dann je nach persönlicher Situation auch in Halbjahres- und Quartalsziele bzw. daraus dann in Monatsziele „herunterbrechen“. Das hat übrigens kein „sklavisches Abarbeiten“ der Ziele zur Folge: das Leben ändert sich permanent und spätestens mit der Geburt der eigenen Kinder weiß man, dass das Leben nicht wirklich planbar ist. Auch hier ist das Lebens- Balance-Modell für mich persönlich immer wieder eine wundervolle Unterstützung in Sachen Zufriedenheit und Lebensqualität.
    Manche Menschen denken, dass die Zeit nicht frei(er) verteilbar sei: „Ja, aber… woher soll ich die Zeit denn für mehr Ausgleich, für mehr Balance, für die anderen Bereiche nehmen?“
    Wenn wir uns in unseren persönlichen (Lebens-)Zielen klar und sicher sind (und diese Ziele uns auch wirklich wichtig sind), dann finden wir tatsächlich Wege und genügend Zeit für die Umsetzung oder Verschiebung in andere Bereiche. Über Zeitmanagement, eine gute Selbstorganisation insbesondere Prioritäten setzen lässt sich viel Klarheit schaffen. Häufig sabotieren uns aber vielmehr unsere eigenen Selbst- oder Entwicklungsblockaden in der Zielerreichung: wenn wir beispielsweise immer wieder Zeit in Themen und Bereiche investieren, obwohl wir die Prioritäten anders setzen wollten. Solche Blockaden im limbischen System (wo die Gefühle lokalisiert sind), lassen sich rein „frontalhirntechnisch“ (also rein kognitiv, über Erkenntnisse) nicht lösen – dafür aber im Coaching leicht und nachhaltig über innovative blockadenlösende Verfahren.
    Manchmal ist auch folgende Frage hilfreich: „Was genau in meinem Leben ist tatsächlich so wichtig, dass ich mir meine Wünsche und Ziele deshalb nicht erfülle?“
    Seneca, ein römischer Philosoph sagte bereits im vor knapp 2000 Jahren: „Es ist nicht die Zeit, die uns fehlt – es ist die, die wir nicht nutzen.“ Oder eben für die falschen Dinge…. In diesem Sinne wünsche ich Ihnen, dass Sie die Zeit für die richtigen Dinge nutzen: die für Sie wirklich wichtig sind!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.